Ziele – Großes Wiesbachhorn (3.564m) Anspruchsvolle Hochtour auf einen 3000er im Nationalpark Hohe Tauern mit Traumpanorama


 
27.10.18
 

Wer noch eine alpine Herausforderung für die Übergangszeit oder den nächsten Sommer sucht, sollte sich definitiv das Große Wiesbachhorn im Nationalpark Hohe Tauern vormerken. Der 3.564 Meter hohe Gipfel bietet eine gute Mischung aus mittelschwerer Bergwanderung und knackigen Kletterpassagen (I bis II Grad UIAA) oberhalb des Heinrich Schwaiger Haus, das auf dem Weg nach oben auf 2.802 Metern passiert wird. Je nach Wetter variiert die Bergtour zwischen „macht wirklich Spaß“ und „alter Verwalter“, belohnt die Schinderei bei guten Bedingungen aber in jedem Fall mit einem unglaublichen Panorama auf Großglockner, Kitzsteinhorn und die Osttiroler Alpen. Wer es etwas gemütlicher angehen will, verteilt die anspruchsvolle Hochtour am besten auf zwei Tage und nutzt die urige Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins als Basislager für den Gipfelsturm.

Ausgungspunkt der Besteigung sind die azurblauen Stauseen von Zell am See-Kaprun. Hierhin gelangt man am besten mit dem Schrägaufzug von Kaprun aus und dem Bus (Kosten ca. 38 Euro hin und zurück), der vom Alpenhaus Kesselfall aus startet. Wer unbedingt will, kann auch von hier aus zu Fuß den Aufstieg wagen, allerdings kommen dann noch einige Höhenmeter und Stunden zur ohnehin recht langen Bergtour dazu. Vom Mooserboden auf knapp 2.000 Metern aus geht’s rund 2 bis 3 Stunden über zum Teil recht ausgesetzte Pfade bis hinauf zur Schutzhütte. Achtung: Je nach Witterung kann auch der Zustieg zur Hütte recht herausfordernd werden und Steigeisen erorderlich machen, denn bei eisigen Temperaturen oder Regen ist die Route nicht zu unterschätzen.

Nach 800 Metern ist die urige Alpenvereinshütte erreicht, wo man entweder die Nacht verbringt und die Tour am nächsten Morgen fortsetzt oder einen Teil der Ausrüstung dort liegen lässt, um weiter zum Gipfel aufzusteigen. Direkt hinter der Hütte muss ein steiler, aber Drahtseil-versicherter Felskamin überwunden werden. Danach folgt eine zum Teil nicht immer leicht zu findende Route durch felsdurchsetztes Gelände bis wir nach knapp 300 Höhenmetern einen ersten, im Spätsommer mitunter schneebedeckten Grat erreichen.

Hier biegt der immer spärlicher markierte Weg in einem weiten Bogen nach Süden ab, um dann gen Norden zurück in Richtung Gipfel zu führen. Auf den letzten gut 200 Metern muss man definitiv die Hände zuhilfenehmen und durch teils verplattetes Gelände steigen. Bei winterlichen Bedingungen braucht es hier zwingend Steigeisen und Eispickel und notfalls auch ein kurzes Seil zur Absicherung für die weniger erfahrenen Höhenbergsteiger.

Abschüssiges Gelände macht höchste Aufmerksamkeit und Trittsicherheit unentbehrlich. Dafür belohnt nach gut 5-stündiger Schufterei dann der Gipfel mit einem gigantischen Panorama. Zurück geht es auf dem Aufstiegsweg, bis man nach rund 7 Stunden wieder die Schutzhütte erreicht. Von hier dauert der Abstieg weitere zwei Stunden, sodass sich die gesamte Tour ohne Übernachtung auf der Hütte auf gute 10 Stunden summieren kann.

Die wichtigsten Infos zur Bergtour:

Anfahrt: ca. 3 Std. von München über die A8 in Richtung Salzburg, dann über die A93 in Richtung Innsbruck bis nach Kufstein, dort über die B161 und die B168 in Richtung Zell am See, kurz davor rechts abbiegen nach Kaprun und bis zur Kitzsteinhorner Bergbahn fahren und das Auto im kostenlosen Parkhaus vom Alpenhof Kesselfall abstellen
Startpunkt: Alpenhof Kesselfall bei Kaprun
Niedrigster
Punkt: Mooserboden Stausee (2.036 Hm)
Höchster Punkt: Großes Wiesbachhorn (3.564 Hm)
Einkehrmöglichkeit: Heinrich Schwaiger Haus (2.802 HM)
Aufstieg: vom Mooserboden über die Schutzhütte (ca. 5-6 Std.)
Abstieg: über die Schutzhütte (ca. 4-5 Std.)
Höhenmeter /  Wegstrecke gesamt: rund 1.550Hm / ca. 10 km
Reine Gehzeit: ca. 9 bis 10 Std.
Anspruch: mittelschwere bis anspruchsvolle Hochtour
Voraussetzungen: festes Schuhwerk (idealerweise steigeisenfeste Hochtourenschuhe), Steigeisen, Eispickel, ausreichend Trinkwasser, alpine Erfahrung und absolute Trittsicherheit erforderlich
Kartenmaterial: kompass Karte Nr. 030 “Zell am See Kaprun”

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