Ziele – Hochkranz (1.953m) Mittelschwere bis schwere Bergtour in den Berchtesgadener Alpen


 
09.11.18
 

Ob nun im goldenen Herbst, im Hochsommer oder im Frühjahr, der Hochkranz (1.953m) bietet das ganze Jahr über eine gigantische Aussicht auf die Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen sowie auf die Loferer Steinberge. Von hier aus kann man den gesamten Rundblick auf die umliegenden Gipfel genießen, einschließlich dem Kammerlinghorn (2.484m), dem großen Hundstod (2.594m), dem Seehorn (2.321m) sowie der Watzmann-Gruppe und bei gutem Wetter sogar die Kampenwand (1.669m), die Zugspitze (2.962m) und den Großglockner (3.798m).

Vor allem im Herbst bietet sich beim Aufstieg über die Kallbrunnalm ein farbenfrohes Spektakel mit bunten Blättern, grünen Nadelwäldern und einem tiefliegenden Nebelmeer. Los geht’s am Wanderparkplatz Pürzlbach, von wo aus der Weg anfangs in gemächlichem Anstieg und später immer mehr aufsteilend über rund 1.100 Höhenmeter nach oben führt. Doch trotz des breiten Forstwegs zu Beginn sollte man die Tour definitiv nicht unterschätzen. Denn nachdem man auf dem Weg zur Kallbrunnalm an der ersten Almenhütte nach links abgebogen ist, gelangt man nach gut 1 bis 1,5 Stunden auf das breite Hochplateau des Kühkranz, wo sich eine kurze Rast anbietet, um den Blick über das Tal von Saalfelden-Leogang schweifen zu lassen.

Ab hier geht es dann deutlich steiler weiter nach oben. Kurz unterhalb dem felsigen Gipfelaufbau des Hochkranz weist ein Schild den Weg. Hier gilt es, sich zu enstcheiden. Entweder man wagt den direkten Aufstieg über den luftigen und nicht versicherten Ostgrat. Oder aber man umgeht die ausgesetzte Direttissima und steigt dem Hochkranz von Süden her aufs Dach.

Dieser Weg ist nicht minder ungefährlich und erfordert neben entsprechener Trittsicherheit auch die nötige Schwindelfreiheit, selbst wenn die schwierigsten Passagen durchweg seilversichert sind. Auf einem schmalen, verwurzelten und felsdurchsetzten Pfad geht’s dann durch Latschenkiefern bis hinauf zum Gipfel. Nach gut 2,5 Stunden heißt es hier dann nur noch – Aussicht genießen! Denn vor allem im Herbst breitet sich mit etwas Glück ein gigantisches Nebelmeer im Tal aus. Hier lohtn es sich durchaus, läger zu bleiben und den Sonnenuntergang abzuwarten. Dann aber unbedingt Stirnlampe mitnehmen!

Zurück geht es wieder über die Aufstiegsroute. Dabei ist genauso Vorsicht geboten wie auf dem Hinweg. Wer unterwegs noch einkehren oder sich für den Gipfelsturm belohnen will, sollte in den Sommermonaten unbedingt noch einen Abstecher auf die urige Kallbrunnalm machen. Hierfür muss man nur ein paar Meter weiter in Richtung des markanten Seehorns hinauf ins Tal steigen. Wer direkt wieder zum Ausgangspunkt geht, sollte nach 5 bis 6 Stunden wieder den Heimweg antreten können.

Die wichtigsten Infos zur Bergtour:

Anfahrt: ca. 2 Std. von München über die A8 in Richtung Salzburg, dann Abfahrt Siegsdorf/Traunstein über die B306 nach Innzell, dann über die B178 und die B311 in Richtung Weißbach bei Lofer, hier links abbiegen in Richtung Hirschbichl und dann bis zum Wanderparkplatz Pürzelbachalm (2 Euro / Tag)
Startpunkt: Wanderparkplatz Pürzelbachalm
Niedrigster
Punkt: Wanderparkplatz Waltlmühlsäge (979 Hm)
Höchster Punkt: Kammerlinghorn (1.953 Hm)
Einkehrmöglichkeit: Kallbrunnalm
Aufstieg: von der Pürzlbachalm (ca. 2-3 Std.)
Abstieg: zur Pürzlbachalm (ca. 2-3 Std.)
Höhenmeter /  Wegstrecke gesamt: rund 1.100Hm / ca. 10 km
Reine Gehzeit: ca. 5 bis 6 Std.
Anspruch: mittelschwere bis schwere Bergtour
Voraussetzungen: festes Schuhwerk, ausreichend Trinkwasser, alpine Erfahrung und Trittsicherheit erforderlich, ggbf. Stirnlampe
Kartenmaterial: kompass Karte Nr. 794 “Berchtesgadener Land”

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