Ziele – Kammerlinghorn (2.484m) Mittelschwere Bergtour in den Berchtesgadener Alpen mit Traumpanorama


 
23.09.18
 

Wer sich für die Herbstzeit noch ein lohnendes Ziel setzen will, der sollte sich in das Grenzgebiet zwischen Berchtesgadener Alpen und Loferer Steinberge aufmachen. Hier warten zahlreiche Gipfel und wunderbare Ausblicke, die relativ leicht erreichbar sind. Neben dem unter Bergsportlern und Skitourengehern sehr beliebten Seehorn (2.321m) zählt hierzu auch das ihm gegenüberliegende Kammerlinghorn (2.484m) mit seinen schroffen und im oberen Teil sehr steil abfallenden Flanken.

Vor allem im Herbst bietet sich hier ein faszinierendes Schauspiel aus grauem Nebel, bunten Farben und nahzu absoluter Stille. Denn das beschauliche Hintertal, welches man von Weissbach am Lofer aus über ein paar Serpentinen erreicht, ist eine wenig befahrene Sackgasse. Von hier aus geht es vom Ausgangspunkt aus steil bergauf über eine anfangs asphaltierte Straße bis zur Kammerlinalm, die nach rund 30 Minuten erreicht ist. Dort beginnt die eigentliche Bergwanderung.

Anschließend geht es über stetig ansteigende Wiesnhänge in einen kleinen Kiefernwald, durch den sich ein bei nassfeuchten Wetterbedingungen ein recht rutschiger Pfad nach oben windet. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir schließlich einen kleinen Sattel, von wo aus wir bereits unser erstes großes Etappenziel ausmachen können – den Karlkopf (2.195m).

Den kleinen Zwischengipfel überschreitet man quasi auf direktem Wege, bevor man im großen Bogen das eigentliche Hauptziel erreicht. Fortwährend ansteigend geht es bis zum felsigen Gipfelaufbau weiter und den wir nach rund 3,5 bis 4 Stunden erreichen. Hier ist noch einmal voll Konzentration gefragt, geht es seitlich doch extrem steil in die Tiefe. Nachdem man das sagenhafte Panorama genossen hat – sofern der Nebel die Sicht nicht eintrübt – geht’s auf gleichem Wege wieder zurück ins Tal.

An der Kraxentrager-Kreuzung kann man nun entscheiden, ob man alternativ über die Bindalm absteigen (von hier aus fährt auch der Almerlebnisbus zum Parkplatz) oder über den an regnerischem Tagen doch etwas unangenehmen Steig auf der Kammerlingalm für Kaffee und Kuchen einkehren möchte. Nach gut 7 bis 8 Stunden erreicht man dann wieder den Ausgangspunkt.

Die wichtigsten Infos zur Bergtour:

Anfahrt: ca. 2 Std. von München über die A8 in Richtung Salzburg, dann Abfahrt Siegsdorf/Traunstein über die B306 nach Innzell, dann über die B178 und die B311 in Richtung Weißbach bei Lofer, hier links abbiegen in Richtung Hirschbichl und dann bis zum Wanderparkplatz Waltlmühlsäge (2 Euro / Tag) im Hintertal
Startpunkt: Wanderparkplatz Staudach / Hochgernstraße
Niedrigster
Punkt: Wanderparkplatz Waltlmühlsäge (979 Hm)
Höchster Punkt: Kammerlinghorn (2.484 Hm)
Einkehrmöglichkeit: Kammerlingalm
Aufstieg: vom Hintertal aus über die Kammerlingalm (ca. 4-5 Std.)
Abstieg: über die Kammerlingalm (ca. 3 Std.)
Höhenmeter /  Wegstrecke gesamt: rund 1.500Hm / ca. 15 km
Reine Gehzeit: ca. 7 bis 8 Std.
Anspruch: leichte bis mittelschwere Bergtour
Voraussetzungen: festes Schuhwerk, ausreichend Trinkwasser, alpine Erfahrung und Trittsicherheit erforderlich
Kartenmaterial: kompass Karte Nr. 794 “Berchtesgadener Land”

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2 Kommentare zu
Ziele – Kammerlinghorn (2.484m): Mittelschwere Bergtour in den Berchtesgadener Alpen mit Traumpanorama

  1. Bruno Reise kommentierte:

    Bei herrlichem Herbstwetter habe ich mich von einem Freund aus Weißbach durch das Hintertal, bis zur Abzweigung, wo eine Forststraße weiter zur Kammerlingalm führt fahren lassen. Von hier aus ging es zur Kammerlingalm, und dann links über die Wiese und anschließend durch den Wald ziemlich steil bergauf. Aber es ist eine angenehme Wanderung, von wo aus man immer wieder einen tollen Ausblick hat. Den Karlkopf habe ich erst einmal links liegen lassen und bin gleich weiter zum Gipfel des Kammerlinghornes gelaufen. Von hier aus bietet sich ein grandioser Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Weit unten im Tal ist das wunderschöne Bergsteigerdorf Weißbach zu erkennen, in anderen Richtungen die Berchtesgadener Alpen mit dem bekannten Watzmann, dem Hundstod, der Hocheisspitze, dem Steinernen Meer, und vielen weiteren Bergen, wie auch das Seehorn (das Seehorn habe ich vor einiger Zeit, vom Parkplatz Pürzelbach kommend, dann zur Kallbrunnalm und weiter über den Seehornsee zum Gipfel erwandert. Sehr schön ist es auch, dann nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern den Weg über die Schnittlauchwiese zurück zur Kallbrunnalm zu gehen, dort in der Jausenstation beim Peter eine Jause zu machen und danach wieder zum Parkplatz nach Pürzelbach zu laufen). Nach einem etwas längeren Aufenthalt auf dem Kammerlinghorn und einer kleinen Jause, bin ich dann auf dem Rückweg auf dem unmittelbarer neben dem Weg liegenden Karlkopf und von da aus über die Mittereisalm und Bindalm zum Hirschbichl. Da ich am Hirchbischl allerdings den Wanderbus nach Weißbach, wegen eines zu langen Aufenthaltes auf der urigen Bindalm, um ein paar Minten verpaßt habe und der nächste und letzte Bus erst 2 Stunden später gefahren wäre, habe ich mich entschlossen zu Laufen (es gibt da sogar einen wunderschönen Erlebnisweg, und wenn man möchte, kann man das letzte Stück durch die herrliche Seißenbergklamm bis nach Weißbach laufen). Als ich an der Gemeinde von Weißbach war, kam zeitgleich mit mir auch der letzte Wanderbus. Es ist eine wunderschöne Wanderung gewesen, an die man sich immer wieder gern zurückerinnert.

  2. veischu kommentierte:

    Hallo Bruno,

    danke für deine Tipps und Reiseerinnerungen…klingt ja ganz so, als würdest du dich hier bestens auskennen! 🙂
    Ein paar deiner benannten Ziele werden wir auch noch auf die Agenda setzen.

    Erfrischende Grüße
    Veit vom aF-Team

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