Ziele – Project Masherbrum (Pakistan) Neues Kletterprojekt von David Lama, Peter Ortner und Hansjörg Auer


 
18.06.14
 

„Als ich das erste Mal vor dem Masherbrum stand, hatte ich das Gefühl gefunden zu haben, wonach ich gesucht hatte. Eine Wand, die so unvorstellbar schwierig und groß ist, dass man leicht versucht ist, sie für unmöglich zu halten“ schildert Extrembergsteiger David Lama seine Empfindungen im Anblick der noch undurchstiegenen Nordostwand im Karakorum Gebirge. Gemeinsam mit seinen Partnern Peter Ortner und Hansjörg Auer will der Ausnahmeathlet diesen Sommer die 3.500 Meter hohe Steilwand in Angriff nehmen. Die langwierige Anreise über den Karakorum Highway sowie der an die 100km lange Fußmarsch liegen bereits hinter den drei Bergsteigern. Erstes Ziel, der bis Anfang August anberaumten Expedition, ist die Akklimatisierung am nahegelegenen Broad Peak (8.051m) und Ende Juni bricht das Dreigespann dann zum eigentlichen Ziel auf – dem Masherbrum (7.821m). Sollte dem Tiroler Trio die erste Durchsteigung der Big Wall gelingen, wäre das nicht nur eine alpinhistorische Sensation, sondern „wird es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern bis das wiederholt wird“ zeigt sich Alpinlegende Reinhold Messner überzeugt.

Masherbrum Nordostwand – eine unüberwindbare Hürde?

Die Bezeichnung „unmöglich“ kommt nicht von ungefähr. Als einzige hatten sich bisher die Russen das Ziel der Durchsteigung gesetzt, die in Bergsteigerkreisen bekannt für ihre Willenskraft und Hartnäckigkeit sind. Dennoch musste die russische Seilschaft unverrichteter Dinge wieder abziehen. Als „unmöglich“ bezeichnete der damalige Expeditionsleiter Alexander Odintsov die markante Steilwand, die mehrere tausend Meter über den Yermanendu Gletscher aufragt. 

Auf diese Herausfordeurng aufmerksam wurde David Lama bereits während seines Freikletterprojekts am Cerro Torre, als der Blick des heute 23-jährigen erstmals auf den 7.821 m hohen Masherbrum (auch K1 genannt) fiel. Dort warten auf den Österreicher und seine Teampartner nichts als senkrechter Fels und Eis bis weit über die Grenze von 7.000 Höhenmeter hinaus – gepaart mit den menschenfeindlichen Bedingungen der enormen Höhe. „Es ist wie eine Eiger Nordwand mit einem Cerro Torre oben drauf,“ zieht Lama eine Parallele zu seinem letzten Großprojekt. 
Dennoch sind die drei Bergsteiger zuversichtlich und beurteilen die gigantische Steilwand als zweifellos eine der größten Herausforderungen des gesamten Karakorums: „Wir wissen, dass alles zusammenpassen muss – das Wetter, die Verhältnisse und natürlich auch unsere körperliche Fitness“ zeigt sich Peter Ortner fast schon demütig.

Quelle: Red Bull Media House

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