Testbericht – Páramo Men’s Enduro Windproof Jacket & Fleece Hoodie Zweilagiges und flexibles Wetterschutzsystem – ganz ohne PFC


 
28.04.16
 

Mit der neuen Kollektion einzigartiger Fleece- und Windjacken-Kombinationen aus den innovativen Nikwax® Fleece und Nikwax® Windproof Materialien präsentierte Páramo vielseitig einsetzbare Kleidungssystems, deren einzelne Layer separat getragen bei jedem Wetter zum Einsatz kommen und kombiniert die Funktion einer Regenjacke übernehmen sollen. Das Besondere dabei: Páramo verwendet keinerlei Membranen, Laminate oder versiegelte Nähte, die aufgrund äußerer Faktoren oder Abnutzung mit der Zeit kaputt gehen könnten. Die weichen und raschelarmen Materialien sind vielmehr mit einer hochleistungsfähigen Imprägnierung ausgestattet und frei von jeglichem PFC.

Wie nachhaltig die Jacken sind, zeigt sich auch darin, dass sie aus 100% Polyester bestehen und am Ende einer langen Lebensdauer im Rahmen des Páramo Recycling Programms zurück in ihre Grundbausteine zerlegt und wiederverarbeitet werden können. Ein Konzept, dass uns bei vorangegangenen Tests bereits überzeugt hat und das wir nun erneut unter die Lupe nehmen wollten – allerdings in Form einer für alpine Einsätze ausgerichteten Kombination aus Fleece- und Windjacke.

Páramo Men’s Enduro Windproof Jacket:

Das Men’s Enduro Windproof Jacket besteht aus langlebigem Nikwax® Windproof Material, das vor starkem Wind und leichten Regenschauern schützen soll. Hierfür verfügt das robuste Polyester Mikrofasergewebe über eine erneuerbare Nikwax TX.Direct Imprägnierung. Ausgestattet ist die Windjacke mit großzügigen und an der Ärmelinnenseite platzierten Belüftungs-RV, um eine optimale Temperaturregulierung gewährleisten zu können. Das Ventilationssystem ist dabei auf die spezifischen Ventilations-RV des darunter zu tragenden Enduro Fleece Hoodie abgestimmt, sodass die beiden Außenschichten bis hin zum Baselayer geöffnet werden können und auch der Zugriff auf die Handwärmer-Taschen des Second Layers möglich ist. Dadurch lässt sich die Jacke optimal mit der dazugehörigen Fleecejacke kombinieren, um ein vielseitiges und vor allem atmungsaktives Wetterschutzsystem für stärkere Regengüsse zu bilden.

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Darüber hinaus verfügt die Windjacke über vorgeformte Schulter- und Armpartien, die für maximale Bewegungsfreiheit sorgen sollen. Ergänzt werden diese noch durch einfach verstellbare und großzügige Ärmelbündchen, die sich problemlos hochschieben lassen. Für einen besseren Wetter- und Windschutz ist die Rückenpartie etwas länger geschnitten und der Bund schließt dank des elastischen Saums optimal an der Hüfte ab. Die laut Páramo helm-kompatible Kapuze ist mit einem verstärkten Schirm ausgestattet und lässt sich über ein Zugsystem inklusive Klettregulierung an die individuell Kopfform exakt anpassen. Abgerundet wird das durchdachte Konzept noch durch eine Liftkarten-Tasche am linken Oberarm sowie zwei großzügige Brusttaschen – eine mit RV und eine mit Velcro-Verschluss für den schnellen Zugriff auf Kartenmaterial – und diverse Reflektorstreifen für eine verbesserte Sichtbarkeit im Dunkeln.

Das aF-Urteil: Winddichte Jacke mit etwas Luft nach oben

Inzwischen haben wir ja schon die ein oder andere Jacke von Páramo testen dürfen und waren jedes Mal recht angetan vom verarbeiteten Material, das raschelarm ist und dank wasserresistenter Eigenschaften kurze Regenschauer durchaus wegstecken kann. Auch bei der Windproof Jacket überzeugte uns wie schon bei der Zonda Windproof Jacket vor allem die gute Atmungsaktivität und die hohe Funktionalität. In Kombination mit dem dazugehörigen Fleece Hoodie ergibt sich somit eine einzigartige und vor allem atmungsaktive Schutzschicht gegen Wind und Wetter. Insbesondere die enorm großzügig gehaltenen Ventilations-RV erlauben eine optimale Regulierung des Körperklimas – perfekt abgestimmt auf das darunterliegende Fleece Jacket. So kann man bei Bedarf gleich beide Layer öffnen und für Frischluft bis auf die Haut sorgen. Als ebenso praktisch entpuppen sich die geräumigen Brusttaschen, die ausreichend Platz für Kartenmaterial und sonst benötigte Dinge bei einer Tour bieten und auch mit aufgesetztem Rucksack jederzeit erreichbar bleiben. Auch die enganliegende Kapuze kann sich sehen lassen, die mit verstärktem Schild und über die Gummizüge optimal angepasst selbst stürmischen Winden die Stirn bietet.

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Allerdings behindert die Kapuze das seitliche Sichtfeld, da sie für unseren Geschmack etwas zu tief im Gesicht sitzt. Wie schon bei den anderen von uns getesteten Modellen müssen wir auch diesmal den recht bauchigen Schnitt der Jacke kritisieren. Der elastische Bund stört zwar nicht durch „einschneidende Erlebnisse“, rutscht aber immer wieder nach oben und verliert somit seine angedachte Funktion, die Rückenpartie vor kaltem Wind zu schützen. Auch die Ärmel fallen einen Tick zu weit aus, während der Kragen im geschlossenen Zustand hingegen viel zu eng ist und am Hals unangenehm drückt. Hier sei aber zu erwähnen, dass Páramo die Rückmeldung von Testern und Kunden bereits berücksichtigt hat und die Schnitte für die neue Kollektion nochmals überarbeitet und zugleich auch die genannten „Problemstellen“ beheben will.

Doch nun zum Thema Wetterschutz – wobei wir hier nicht von wasserdicht sprechen wollen, wie es bei einer Membrane mit einer 30.000er Wassersäule der Fall ist. Vielmehr sieht Páramo seine Produkte als ganzheitlichen Wetterschutz, der als Alternative zu Gore-Tex und Co. gesehen werden kann. Die exakte Funktionsweise der Nikwax Analogy-Technologie wird hier vorgestellt. So lässt die produktionsseitige DWR-Imprägnierung leichte Schauer zuverlässig abperlen. Wenn es jedoch länger regnet oder Druck durch bspw. die Rucksackträger von außen entsteht, kann sich das Material je nach Witterung und zu tragender Last mit Feuchtigkeit vollsaugen. Ist die erste Schicht dann erst einmal durchnässt, bildet das innenliegende Fleece zwar eine zweite Schutzschicht, indem die Feuchtigkeit wieder vom Körper „weggepumpt“ werden soll. Doch was in der Theorie logisch klingt, stößt in der Praxis bei einem bestimmten Belastungsgrad irgendwann an seine Grenzen. Solange es allerdings nicht wie aus Eimern schüttet, hält das Wetterschutzsystem was es verspricht.

Als einen nicht zu vernachlässigenden Punkt beurteilen wir auch die notwendige Nachimprägnierung des Außenmaterials sowie des Fleece, wodurch „fortlaufende Kosten“ verursacht werden. Denn ohne die regelmäßige Behandlung mit entsprechenden Waschmitteln wie Nikwax® TechWash und Imprägniermitteln wie Nikwax® TX.Direct verliert die DWR-Schutzschicht zügiger ihre Wirkung als es bei einer Hardshell der Fall ist. Natürlich muss auch eine Hardshell mit Membrane regelmäßig gewaschen und nachimprägniert werden, allerdings nicht in der Häufigkeit wie das textile Material von Páramo. Dafür besitzt es laut Aussagen des Herstellers eine längere Lebensdauer, während eine Membrane mit zunehmender Lebensdauer an Funktionalität verliert, was wiederrum irreparabel sein soll. Somit stellt sich am Ende also die Frage: Lieber die Umwelt schützen und imprägnieren oder eine evtl. PFC-belastete Plastikhülle tragen und obendrein mögliche gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen und eventuell der Umwelt schaden?! Diese Entscheidung muss aber letztlich jeder für sich allein treffen.

Die Vor- und Nachteile im Überblick:

+ optimale Regulierung des Körperklimas
+ raschelarmes Material
+ riesige Unterarmbelüftung
+ Zugriff auf Brusttaschen

– zu eng anliegender Kragen
– recht bauchiger Schnitt
– keine helmtaugliche Kapuze
– wasserabweisend nur bis zu gewissem Belastungsgrad
– fortlaufende Kosten durch Imprägniermaßnahmen

Die Details:

Einsatzbereich: Bergwandern, Alpinismus, Klettern, Bergsteigen
Material: Nikwax Windproof mit erneuerbarer Nikwax TX.Direct Imprägnierung, Kapuze und Schultern mit Mesh Pump Liner® Innenfutter
Farben: French Navy/ Reef Blue
Größe: S – XXL (Athletic fit)
Gewicht: 341g
Preis:
145,- Euro (UVP)

Páramo Men’s Enduro Fleece Hoodie:

Die Fleecejacke besteht aus einem robusten Nikwax® Fleece Material, das sich dank der Waffelstruktur auf der Innenseite angenehm weich auf der Haut anfühlt. Neben einer laut Hersteller hervorragenden Isolierleistung verfügt der Hoodie auch über wasserabweisenden Eigenschaften, die sich mithilfe entsprechender Nikwax® Imprägniermittel unbegrenzt erneuern lassen. Das direktionale Material soll zudem durch atmungsaktive Eigenschaften verfügen und kondensierenden Schweiß vom Körper weg transportieren, um warm und trocken zu halten. Für ein optimales Körperklima können aber auch die großzügigen Belüftungs-RV genutzt werden, die auf das Ventilationssystem des Enduro Windproof Jacket abgestimmt sind.

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Zur weiteren Ausstattung des sportlich schlank geschnittenen Hoodies gehört ein von ¾-Zwei-Wege-RV, der ein schnelles An- und Ausziehen erlaubt und eine zusätzliche Ventilierung gewährleisten soll. Das Zip-Schloss soll ein ungewolltes Öffnen verhindern, während der weiche Kinnschutz für noch mehr Komfort sorgt. Hinzu kommen noch zwei große Handwärmer-Taschen im Oberkörperbereich sowie eine kleine Brusttasche zum Verstauen von Utensilien oder Wertgegenständen. Bleibt noch die helmtaugliche Kapuze, die sich über einen Klettverschluss noch minimal anpassen lässt.

Das aF-Urteil: samtweicher und sportlich funktionaler Hoodie

Der Fleece-Hoodie hat es direkt beim ersten Überziehen zum Lieblingsteil geschafft. Wie schon beim von uns ebenfalls getesteten Zonda Fleece Jacket überzeugte uns vor allem das weiche Material, das sich zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig anfühlt, auf der Haut aber traumhaft angenehm aufliegt. Das atmungsaktive Material bietet zudem eine einzigartige Kombination aus isolierendem und funktionalem Layer, der an kühlen Tagen wärmt und an warmen Tagen dennoch nicht zu Schweißausbrüchen führt. Und wird es doch einmal zu warm darunter, lässt sich das Körperklima optimal über die großzügigen Ventilations-RV steuern, die vom Bauch bis weit an die Unterarmseiten reichen.

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Besonders hervorzuheben sind die beiden Einschubtaschen zum Aufwärmen der Hände an knackig kalten Tagen, die perfekt platziert sind und sogar mit dem übergezogenen Windproof Jacket weiterhin erreichbar bleiben. Dank sportlich körperbetontem Schnitt kommt der Fleece Hoodie ohne zusätzlichen Gummizug am Saum aus, was gerade bei einem Second Layer für ein deutliches Plus an Tragekomfort sorgt. Auch die Kapuze erfüllt ihren Zweck, liegt aber recht eng an, weshalb sie nicht als helmtauglich zu bezeichnen ist – außer sie wird als generelle „Drunter-Lösung“ interpretiert. Einziger Kritikpunkt ist der 3/4-RV. Zwar erlaubt dieser ein deutlich einfacheres An- und Ausziehen, aber dennoch bleibt uns die 2-Wege-Funktion an dieser Stelle etwas verborgen. Wir haben die zusätzliche Ventilationsmöglichkeit nie wirklich genutzt und empfanden den unteren RV eher als störend. Dennoch hat es der Hoodie zum neuen Lieblingsteil geschafft, das bei keiner Berg- oder Biketour mehr fehlen darf. Und dank des dezenten Designs macht das Fleece auch im Alltag eine ziemlich gute Figur.

Die Vor- und Nachteile im Überblick:

+ perfekte und sportliche Passform
+ wunderbar weich und warm
+ atmungsaktives Material

– 2-Wege-Funktion des 2/3 Reißverschluss überflüssig

Die Details:
Einsatzbereich: Bergwandern, Alpinismus, Klettern, Bergsteigen
Material: Nikwax Fleece mit erneuerbarer Nikwax TX Direct® Imprägnierung
Farben: Marl Grey
Größe: S – XXL (Athletic fit)
Gewicht: 436g
Preis:
210,- Euro (UVP)

Páramo Men’s Enduro Fleece Hoodie:

Auch wenn die Windjacke so manche Kritikpunkte einstecken muss, dennoch beurteilen wir den „zweischichtigen Wetterschutz“ von Páramo als perfekte Wahl, wenn es bei milderen Temperaturen oder schweißtreibenden Aktivitäten schnell einmal zu warm werden sollte. Denn dann besticht das  Material durch beste Atmungsaktivität und vor allem durch raschelarme Funktionalität. Als Alternative zur Hardshell kann die Kombi aber nur bedingt punkten, denn was bei leichten Regenschauern durchaus funktioniert, stößt bei heftigen Güssen schnell an seine Grenzen. Wer aber mit gutem Gewissen und an wärmeren Tagen lockerluftig durch die Berge stapfen will, hat mit Páramo definitiv eine gute Wahl getroffen.

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