Testbericht – Salomon SpeedCross 4 Neues Flaggschiff unter den Trailrunning-Schuhen verspricht noch mehr Performance


 
26.08.16
 

Auch uns hat das Trailrunning-Fieber gepackt und wir sind regelmäßg in den Bergen unterwegs, um die Höhenmeter im Minutentakt zu sammeln. Auch wenn es am Ende nicht wirklich um die Zeit geht, es ist schon erstaunlich wie schnell man den ein oder anderen Gipfel doch abknipsen kann, den man zuvor schon „zu Fuß“ gemeistert hat. Denn wer auf den hießigen Trails so richtig durchstarten will, sollte zumindest wissen, womit man es zu tun hat. Womit wir es bei der dafür passenden Ausrüstung von Salomon zu tun haben, wussten wir bereits nachdem wir ein komplettes Damen-Outfit getestet und das dazu passende Pendant für die Herren der Schöpfung vorgestellt hatten. Um das ganze noch abzurunden, nutzten wir die einmalige Chance, obendrein auch das neue Flaggschiff unter den Trailrunning-Schuhen – den SpeedCross 4 – noch vor Verkaufstart zu testen.

Salomon Speedcross 4 GTX® – Neuauflage mit noch mehr Komfort und noch weniger Gewicht

Im Winter 2016/17 stellt die französische Outdoormarke Salomon die nächste Generation der unter Freizeit- wie auch Profi-Sportlern gleichermaßen beliebten Modellserie SpeedCross vor. Der SpeedCross 4 GTX® ist ein leichtgewichtiger Trailrunning-Schuh für einfache, aber technische Trails. Die Neuauflage bietet demnach noch mehr Komfort, der dank einiger Neuerungen nochmals verbessert werden konnte. So wurde die bisherige Stand- und Rutschfestigkeit weiter optimiert und das Gewicht nochmals gesenkt. Zudem sorgt die atmungsaktive und wasserdichte Gore-Tex®-Membran für ein angenehmes Klima und trockene Füße bei schlechten Wetterbedingungen.

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Laut Pete Cameron, Global Product Line Manager für Trailrunning-Schuhe bei Salomon, gilt der Speedcross weltweit als eine Art Ikone in diesem Segment. Trotz des bisherigen Erfolgs wollte man demnach trotzdem versuchen, das Produkt noch weiter zu verbessern, ohne dabei die „Gene des Erfolgs“ hinsichtlich Passform, Design und Dämpfung zu verändern. So wurde neben Zunge und Ferse auch die Außensohle bearbeitet. So sollen Zunge und Ferse ihre Form auch bei langen, technischen Läufen beibehalten und dauerhaften Komfort bieten. Im Gegensatz zum Vorgängermodell verfügen sämtliche Laschen an der Außensohle zudem über eine komplette Zickzack-Schnürung, welche die Griffigkeit und Haltbarkeit an den Kanten der Sohle verbessern soll. Außerdem spart die gleichförmige Oberflächenbeschaffenheit aller Laschen unnötiges Gewicht ein. Die Kontaktfläche der Sohle mit dem Boden bleibt zwar gleich, ist jetzt jedoch weitaus effizienter. Gleich bleibt hingegen das Dämpfungssystem. Auf sämtlichen Leistungslevels beim Trail-Running oder im Zuge von Rennen getestet, liefert die Kombination aus Salomon Zwischensohle (SCS), Sensifit™ mit Quicklace und Zehenschutzkappe für eine unübertroffene Passform und bestmögliche Unterstützung des Fußes sowie Schutz an jenen Stellen, wo es bei technischen Trails wirklich ankommt.

Das aF-Testurteil von Veit: Trailrunning-Schuh mit optimaler Dämpfung und griffiger Sohle, aber in puncto Passform noch mit Luft nach oben

Als die neuen Laufschuhe auf der Matte standen, musste ich direkt eine kleine Runde im Park einlegen. Der erste Gedanke: Wow, was für ein „Dämpfungswunder“ und was für ein Grip. Denn gerade auf steinigem Untergrund sorgt das gezackte Profil der hauseigenen Sohle für ordentlich Vortrieb und lässt raue Passagen gefühlt zum butterweichen Teppich werden. Doch eines musste ich sofort feststellen: Mit dem SpeedCross 4 geht man nicht einfach zum Joggen in den Park oder tragt ihn im Alltag. Der Trailrunning-Schuh gehört definitiv an den Berg und wer es dennoch tut, dem gehören die Schuhe definitiv um die Ohren gehauen. Genau deshalb ging’s auch zu einer gut 18km langen Runde in die Ammergauer Alpen mit insgesamt 1.500 Höhenmeter im Aufstieg und ebenso vielen im Abstieg – bei schwülwarmen Wetterbedingungen.

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Einmal in den sockenartigen Laufschuh hineingeschlüpft und mit der praktischen Quicklacing-Schnürung in wenigen Handgriffen festgezogen, gibt es quasi kein Halten mehr. Ganz im Gegenteil dazu die griffige Sohle, die selbst auf rutschigem Untergrund oder in schlammigen Passagen konstant gut für besten Halt sorgt. Flexibel und dämpfend macht sie selbst härteste Waldwege zur reinsten Genusstour. Der sockenartige Aufbau ermöglicht es zudem, dass der Fuß förmlich in den Schuh hineingezogen und seitlich optimal gestützt wird. Als praktisches Gadget ist noch die kleine Tasche zum Verstauen der Quicklacing-Enden zu erwähnen, wodurch selbst bei rasanten Trails nichts mehr um die Beine baumelt. Soweit passt also alles, bis auf den Fakt, dass meine breiten Latschen mal wieder mit dem doch relativ schmalen Leisten zu kämpfen hatten.

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Nach gut einer Stunde im Aufstieg machten sich dann allerdings die ersten Kritikpunkte bemerkbar. So dehnt sich das Material durch die körpereigene Wärme doch etwas, wodurch der sonst gut eingefasste Fuß etwas ins Schwimmen geraten kann. Leider hilft auch ein Nachjustieren des Quicklacings hier nur wenig, da die Schnürung nicht weit genug bis in den Vorfußbereich reicht. Hinzu kommt das bereits bekannte Problem von Gore-Tex® Membranen, die bei entsprechend hohen Temperaturen gerne einmal für qualmende Socken sorgt. Mir persönlich ist die Laufsohle des SpeedCross 4 einen Ticken zu weich, wodurch man auf steinigem Untergrund und bei hohem Lauftempo durchaus ein wenig Kontrollverlust hinnehmen muss. Sicher gut gedacht, aber mitunter doch etwas hinderlich sind auch die bis zur Fußspitze hochgezogenen Profilnoppen, mit denen man zwar zackigen Schrittes den Berg hinauf kommt, aber auf gerader Strecke oder bergabwärts gerne einmal an Wurzeln hängen bleibt.

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Unser Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der SpeedCross 4 von Salomon ist definitiv für die Berge gemacht und fühlt sich vor allem in ruppigen Trails zuhause. Die Sohle sorgt für eine hervorragende Dämpfung und dank der gezackten Profilnoppen für jede Menge vortrieb. Auch in puncto Passform kann der Trailrunning-Schuh überzeugen, stößt bei technisch anspruchsvollen Strecken aber doch irgendwann an seine Grenzen. Für ambitionierte Bergläufer ist er damit der perfekte Allrounder für ausgdehnte Trails und bestens geeignet für kurze Zustiege zum Fels.

+ hervorragende Dämpfung
+ komfortable Passform
+ bietet guten Seitenhalt
+ extrem griffige Sohle
+ praktisches Quicklacing-System
+ leicht und denoch stabil

– bei steigenden Temperaturen wird es recht warm im Schuh
– schwammiges Laufgefühl je nach Strecke
– Stolpergefahr durch hochgezogene Profilnoppen

Die Details:
Einsatzgebiet: Trailrunning, Berglauf
Größen in UK: 6,5 – 13,5 / 3,5 – 10,5  (Herren/Damen)
Gewicht: 330 g bei UK 8,5 / 290 g bei UK 5,5 (Herren/Damen)
Stack height: 31 mm/21 mm (10mm drop)
Preis: 159,95 Euro (UVP)

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