Testbericht – Scarpa Spin Ultra Ein rundum (fast) perfekter Trailschuh für ultralange Distanzen


 
25.06.20
 

Bereits im Sommer 2019 stellte Scarpa ein weiteres Mitglied in seiner überaus beliebten Spin Laufschuh-Serie vor, der sich vor allem an das Ultrarunning-Segment richtet. Damit schließt der Bergschuspezialist auch den Bereich der extrem langen Distanzen und bietet mit dem Spin Ultra ein komfortables Modell für Trailrunner und Bergläufer, die Ziele jenseits der Marathonmarke anpeilen. Im Gegensatz zum deutlich härter gedämpften Scarpa Spin RS will die Ultraversion deutlich mehr Komfort bieten. Wir waren mit dem Scarpa Spin Ultra auf der Langstrecke unterwegs und schwer begeistert.

Scarpa Spin Ultra – für Ultratrails optimierter Trailschuh mit einem gewissen Plus an Dämpfung und Stabilität.

Während der Scarpa Spin eher für die Mitteldistanz geeignet ist, richtet sich der Spin Ultra an jene Laufsportler, die bevorzugt auf richtig langen Strecken unterwegs sind. Überzeugen will der Ultraläufer vor allem durch seine herausragende Passform, mit maximaler Dämpfung und hoher Trittsicherheit. Dafür sorgt vor allem die Sock-Fit LW Konstruktion, die den gesamten Fuß einheitlich umschließt, um Druckstellen zu vermeiden und den Tragekomfort zu erhöhen. Hinzu kommt eine gewichtsreduzierte Vibram® Litebase Außensohle, die mehr Sensibilität in steinigem Gelände und dank Vibram® Megagrip Gummimischung optimalen Halt verspricht.

Die Velox LB Max Sohlenkonstruktion soll zudem das Abrollverhalten aktiv unterstützen und dauerhaft Komfort bieten. Dafür sorgt ein Dämpfungskeil aus komprimiertem EVA mit mittlerer Dichte, gepaart mit Einsätzen im Vorfuß- und Fersenbereich aus EVA mit geringer Dichte. Für technisches Gelände ist der Scarpa Spin Ultra zudem mit einem schmalen ARS6-Leisten ausgestattet, um dem Fuß optimalen Halt und feste Führung zu bieten. Zusätzliche Stabilität bieten die leichten Obermaterialien aus Mesh mit ihren verschweißten PU-Verstärkungen, während eine robuste 3D TPU Zehenkappe zusätzlichen Schutz vor Stößen bietet.

Das af-Testurteil von Tobias: „Ultra“ trifft es auf den Punkt – dieser Laufschuh ist der ideale Begleiter für richtig lange Trails.

Schon beim Auspacken fällt der Scarpa Spin Ultra durch seine nicht gerade dezente, neongelbe Farbe auf.  Dieser Schuh ist auf dem Trail definitiv ein Hingucker – auch wenn er nach dem ersten Schlammbad nicht mehr die anfängliche Strahlkraft besitzt. Ich war bereits vom Scarpa Spin sehr angetan: Dieser fühlt sich vor allem auf technischen, alpinen Strecken wohl, zeigt jedoch ab einer gewissen Distanz in puncto Dämpfung seine Schwächen. Genau hier setzt der Spin Ultra an und soll den Läufer mit jeder Menge Komfort auf den richtigen langen Distanzen verwöhnen. Daher stand es auch außer Frage, dass dieses Modell bei einem alpinen Ultratrail auf Herz und Nieren getestet werden muss.

So legte ich Mitte Juni bei meinem privaten Laufprojekt “Chiemgau Express” insgesamt satte 62 km und knapp 4.000 hm zurück – der ultimative Härtetest für den Spin Ultra also. Mein Fazit nach diesem Abenteuer: Komfort und Laufspaß von Anfang bis Ende. Gerade als Mensch mit breiten Füßen ist die Suche eines passenden Laufschuhs nicht immer einfach. Der Scarpa Spin Ultra ist meiner Meinung nach die perfekte Wahl für diese Gruppe – ausreichend Platz in der Zehenbox, um Druckstellen zu vermeiden, jedoch ohne dabei an Stabilität und Kraftübertragung einzubüßen. Wie viele andere Modelle auf dem Markt fußt auch der Spin Ultra auf einer sockenartigen Konstruktion und sorgt dank der Exoskeleton-TPU Verstärkungen für perfekten Halt im Schuh. Positiv kann auch die elegante Lösung für die Schnürsenkel bewertet werden,die sich problemlos in einer kleinen, auf der Schuhzunge eingenähten Tasche verstauen lassen.

Begeistert war ich bei meinem langen Lauf auch von der Vielseitigkeit des Ultraschuhs. Von Forst- und Asphaltstraßen bis hin zu steilen technischen Trails und Geröllfeldern war sowohl ich als Läufer als auch der Schuh extrem gefordert. Der Spin Ultra hat diese Aufgabe bravourös gemeistert und offenbarte sich als der ideale Allrounder. Es macht richtig Spaß, mit ihm über Forstautobahnen hinwegzurollen, gleichzeitig bringt er dank der Vibram Megagrip Sohle den nötigen Grip mit, um auch in technischen und rutschigen Passagen zu bestehen.  Wer es nicht ganz so extrem braucht und einen komfortablen Laufschuh für ausgedehnte Feierabendrunden im Wald oder auf leichten Trails sucht, dem sei der Ultra allein aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften trotzdem wärmstens ans Herz gelegt.

Das Gesamtfazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Der Spin Ultra fängt dort an, wo Spin und Spin RS aufgrund der begrenzten Dämpfung aufhören: Er ist heiß auf lange Distanzen und spielt vor allem hier seine großen Stärken aus. Der Tragekomfort lässt keine Wünsche offen, trotz des phänomenalen Komforts ist er jedoch noch erstaunlich direkt und kommt nicht zuletzt durch die Megagrip-Sohle mit jedem Untergrund zurecht. Einziges Manko: Das Obermaterial und die an der Spitze abschließende Außensohle sind recht empfindlich beim Hängenbleiben an spitzen Wurzeln und reißen schnell ein. Wer sich noch eine andere Meinung einholen mag findet das Testurteil von Harry auf dessen auffimuasi-Trailblog.

+ Perfekte Passform
+ Komfortable Dämpfung
+ Verstaumöglichkeit für Schnürsenkel
+ Herausragender Grip
+ Breit geschnitten
+ Angenehmes Fußklima

– Empfindlichkeit von Obermaterial und Schuhspitze

Die Details:
Besonderheiten: Sock-Fit LW, Autofit Collar, EXO-Technologie, Velox Max LB Außensohle:, ARS6 Leisten, Stretch-Futter, TPU-Zehenkappe
Material:
Obermaterial mit Exoskeleton-TPU-Film Verstärkung, Autofit Collar, Stretch Textile Futter, Vibram® Velox LBT
Sprengung: 6 mm
Außensohle: Vibram Litebase, Vibram Megagrip
Größen: EU 40 – 48
Farben: Acid Lime / Black
Gewicht: 270 g (bei Gr. 42)
Preis: 159,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.

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