Testbericht – Dynafit Ultra 100 Optimal gedämpfte und komfortable Trailrakete für ultralange Distanzen


 
17.06.20
 

Ultrarunning gilt längst nicht mehr nur als Königsdisziplin im Bergsport, sondern entwickelt sich immer mehr zum Trendsport für ambitionierte Hobby- und Profiläufer. Allerdings braucht es für Distanzen jenseits der Marathon-Marke auch entsprechendes Schuhwerk, damit die Beine nicht allzu schnell ermüden und die Füße nicht unnötig leiden. Seit Jahren gelten die Dämpfungswunder von Hoka One One als das Maß der Dinge, doch immer mehr Laufsportmarken tüfteln an eigenen Lösungen, um maximalen Komfort auf der Langstrecke gewährleisten zu können. So auch die Bergsport-Spezialisten von DYNAFIT, die mit dem Ultra 100 ein Modell präsentieren, das förmlich gemacht ist für das komfortable Erreichen von Bestzeiten auf der Ultradistanz.

Dynafit Alpine Ultra 100 – komfortabel gedämpfter Trailrunningschuh für ambitionierte Ultraläufer

Der ULTRA 100 soll laut Beschreibung wie gemacht sein für sehr lange Läufe in den Bergen jenseits der 40 Kilometer Marke. Dafür sorgt laut der Bergsport-Experten allein die besonders weiche und gut gedämpfte EVA-Zwischensohle. Diese kommt zudem mit einem Drop von 6mm daher. Für optimalen Tragekomfort ist der neutrale Laufschuh mit einem Ortholite® Einlegesohle ausgestattet und verfügt über die auch von anderen Dynafit Modellen bekannte Sensitive Fit+ Passform. Für zusätzliche Stabilität sorgt der sogenannte “Heelpreloader”, der vor allem den Knöchel- und Fersenbereich unterstützt.

Optimalen Halt will die POMOCA Außensohle mit ihrem moderat gestalteten Stollenprofil gewährleisten, die sich vor allem für abwechslungsreiches Gelände eignen soll. Schutz vor Stöße, scharkantigen Steinen und spitzen Gegenständen bieten die mit PU verstärkten Fersen- und Zehenbereiche. Während das nicht wasserdichte, dafür aber hochatmungsaktive und synthetische Textil-Material für ein dauerhaft optimales Fußklima sorgt. Abgerundet wird das durchdachte Konzept durch eine in den Oberschuh integrierte und elastische Invisible Lacing Mesh-Abdeckung, in der bei Bedarf die Schnürsenkel verstaut werden können.

Das aF-Fazit von Veit: Genialer und komfortabler Trailschuh für die Langdistanz mit kleinen Schwächen in puncto Grip

Mein Credo ist immer: “Ein perfekter Trailschuh muss von Anfang an einfach optimal passen, sonst wird das nix auf der Langdistanz”. Ähnlich wie beim von mir so hochgelobten Alpine Pro verhält es sich auch beim Ultra 100 beim ersten Hineinschlüpfen. Da passt einfach alles – was vor allem an der sockenartigen Sensitive Fit+ Passform liegen dürfte. Zwar steht man gefühlt etwas höher über den Dingen als mit dem kleinen Bruder oder dem Ultra Pro, dafür spürt man aber sofort die um einiges weicher ausfallende Zwischensohle. Diese steht den berühmten “Dämpfungsbombern” von Hoka One One in nichts nach und sorgt bei jedem Schritt für einen gelenkschonenden Bounce-Effekt. Lediglich der Leisten fällt etwas schmaler aus als bei den beiden anderen Dynafit Modellen für die Langdistanz. Allerdings ist das elastische Mesh-Material des Ultra 100 auch gegenüber etwas breiteren Füßen durchaus wohlgesonnen und verursacht keinerlei Druckstellen am Außenrist.

Für die nötige Stabilität sorgt der weit nach vorn gezogene Heel Preloader, einer Art Führungsschiene für den Knöchel- und Mittelfußbereich. Ergänzt wird dieser noch durch punktuelle PU-Verstärkungen auf dem Obermaterial, damit die Füße auch bei rasanten Turns nicht aus der Bahn geraten. Interessant wirkt sich die Sprengung von 6mm auf die Laufbewegung aus. Denn in Kombination mit dem leichten Rocker am Vorfuß hat man stets das Gefühl ordentlich Gas geben zu wollen. Somit bringt der Ultra 100 die perfekte Geometrie mit für zügige Climbs und butterweiche Downhills. Wer den direkten Kontakt zum Untergrund bevorzugt, dürfte mit dem Plus an Dämpfung jedoch weniger happy sein. Denn im Gegensatz zum Alpine Pro wirkt das Laufgefühl aufgrund der weichen Zwischensohle deutlicher schwammiger und weniger präzise. Dafür bekommt man deutlich mehr Dämpfung als bspw. beim Ultra Pro, die wiederum einer schnellen Ermüdung der Beine entgegenwirkt. Ideal für ultralange Distanzen jenseits der 40km-Marke.

Auffällig beim Ultra 100 ist das extravagante Design, das vor allem auf das Invisible Lacing Konzept zurückzuführen ist. So bildet die Mesh-Tasche zum Verstauen der Schnürsenkel eine visuelle Einheit mit dem Laufschuh und sorgt so für den sportiven Look einer windschnittige Trailrakete. Anders als beim Alpine Pro und beim Ultra Pro setzt Dynafit diesmal auf ein herkömmliches Schnürsystem, was aufgrund der Mesh-Abdeckung nur eine etwas umständliche Feinjustierung ermöglicht. Dennoch sorgt es gefühlt für weniger Druckstellen und optimalen Halt im Schuh. Auffällig ist auch die weiße Pomoca Außensohle mit ihren zahlreichen Stollen, die statt der sonst verwendeten Vibram Megagrip Sohle zum Einsatz kommt. Überaus griffig und bissig ist das Gummigemisch der Schweizer zumindest bei trockenen Bedingungen. Sobald jedoch Feuchtigkeit ins Spiel kommt, lässt der Grip überraschend schnell nach. Vor allem in technisch schwierigem Gelände ein deutliches Manko gegenüber der bisher verwendeten Vibram-Sohle.

Das Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Nach einigen Läufen auf trockenem Untergrund sowie regennassen Trails lässt sich getrost sagen: Daumen hoch für den Ultra-Laufspaß. Der neue Ultra 100 schließt die noch fehlende Lücke im Sortiment von Dynafit mit einem wunderbar gedämpften und mit ca. 620g mittelschweren Trailmodell für ultralange Distanzen. Nur in puncto Grip kann die Langstrecken-Rakete nicht gänzlich überzeugen und punktet lediglich bei trockenen Bedingungen. Dafür stimmt aber das Gesamtkonzept aus maximaler Dämpfung, optimaler Traktion und perfekter Passform. Ein Urteil, das auch Harry von auffimuasi-Blog in manchen Punkten mit uns teilt. Seinen Testbericht findet ihr hier. Auch Marcus vom Trail.Cafe-Blog teilt unsere Eindrücke in mancher Hinsicht, seinen Bericht findet ihr hier.

+ perfekte Passform
+ super Dämpfung
+ sorgt für ordentlich Vortrieb
+ dauerhaft hoher Tragekomfort
+ optimales Fußklima

– Schnürsystem etwas umständlich justierbar
– Grip nicht ganz optimal bei feuchten Bedingungen

Die Details:
Besonderheiten: Sensitiv Fit, Ballistic Bumper, Heel Preloader, Invisible Lacing Mesh-Tasche für die Schnürsenkel, Ortholite Einlagesohle, Gespritzte TPU-Zehenkappe
Einsatzgebiet: Trailrunning, Berglauf, Ultrarunning
Material: Polyester, Polyurethan, Natürliche und synthetische Textilien
Sohle: Pomoca Gliding Pat, Pomoca Außensohle, weiche Ultra Zwischensohle
Sprengung: 6 mm
Farben: Black / Lambo Green, Shocking Orange / Orion Blue, Poseidon / Methyl Blue, Poseidon / Fluo Blue
Größe: EU 39 – 48,5
Gewicht: 310 g (620 g pro Paar, bei EU 42)
Preis:149,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.

Ein Kommentar zu
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